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JUDAS – Zwei Monologe über einen Verrat

SOMMERTHEATER

Zwei Monologe über einen Verrat
von Lot Vekemans / Walter Jens

mit Luc Schiltz / Serge Tonnar
Regie Anne Simon / Marion Rothhaar

Im August 2020 in den Bock-Kasematten
die genauen Daten werden noch mitgeteilt

Eine Koproduktion des Kasemattentheaters
mit dem Künstlerkollektiv MASKéNADA und mit der Unterstützung der Stadt Luxemburg

Der Name Judas Ischariot steht für Verrat. Dieser Mensch ist gar eingegangen in die Geschichte als der Prototyp eines Verräters: Judas, der Mann welcher Jesus aus Geldgier für 30 Silberlinge an seine Feinde auslieferte und sie mit dem berühmten „Judaskuss“ zu ihm führte. Ein Mann, der jahrhundertelang von jedem guten Christen geschmäht wurde. Doch wäre ohne diesen Menschen und ohne seinen Judaskuss das Christentum nie zu einer der großen Weltreligionen geworden… Es gibt in jedem Zeitalter Spekulationen über Judas und seine Motive. Nach mehr als zweitausend Jahren ist es an der Zeit, dass Judas selber spricht: In dem Monolog von Lot Vekemans, verkörpert durch Luc Schiltz, begeht er einen letzten Versuch, seine Tat wieder auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem Judas in sich selbst. Zeit also für eine Rehabilitation, zumindest für ein differenzierteres Bild dieser ambivalenten Persönlichkeit? Auch in der Verteidigungsrede des Judas Ischariot von Walter Jens, interpretiert von Serge Tonnar, werden Gewissheiten hinterfragt. „Was war denn zu verraten“, fragt Judas, „Jesus‘ Aufenthaltsort? Den kannten Tausende. Sein großes Geheimnis, dass er Gottes Sohn sei? Das hat er selbst gesagt, vor allen Leuten!“ Und das ist nur der Anfang von vielen Unstimmigkeiten einer Geschichte, die bis heute mehr geglaubt als befragt wurde. Was ist Verrat, was ist Lüge, was die Wahrheit? Fake news?

Für diese außergewöhnliche Doppelmonologproduktion im Sommer 2020 kehrt das Kasemattentheater an seinen Ursprungsort zurück, der ihm seinen Namen gegeben hat: die historischen Bock-Kasematten. Bereits im Jahr seiner Gründung war die Idee entstanden, Theaterstücke in deutscher und französischer Sprache in den Festungsanlagen der Stadt Luxemburg, den Kasematten, zu inszenieren. La leçon und La jeune fille à marier von Ionesco waren im Juli 1965 die ersten Inszenierungen in den Bockkasematten. Tun Deutsch hatte die spontane Idee bei einer Besichtigung der Kasematten mit ausländischen Schauspielerfreunden. Und bald schon wurde das Großherzogliche Zentrum für Schauspielkunst im Volksmund und in der Presse nach dem ungewöhnlichen Ort benannt, an dem seine wichtigsten Produktionen in den nächsten Jahren stattfanden: Kasemattentheater.